Gluten – Meine persönliche Erfahrung

Einführung

Um das Ganze auf den Punkt zu bringen:

Vielleicht ist an der ganzen Gluten-Geschichte ja was dran.

Mich interessierte das Thema Unverträglichkeit oder Sensibilität nur bedingt. Ich achtete auf eine gute Auswahl an Lebensmitteln, darunter fielen auch jene, die Gluten enthalten. Haferflocken aß ich zum Beispiel fast täglich, mal tatsächlich aus Hafer, mal aus Dinkel (die sind einfach noch kerniger, richtig geil).

Jedenfalls galten sie für mich als gute Kohlenhydratquelle. Sie schmeckten mir, machten mich satt und gaben mir gute Energie. Ich hatte zumindest nie das Gefühl, dass ich nach einer großen Portion schlapp werde oder sonstiges.

Lebensmittelauswahl

Viele andere Lebensmittel sortierte ich aber aus, sofern ich merkte, dass mir dieses oder jenes nicht guttat. So verspürte ich bereits ein Jahr zuvor ein Unbehagen, wenn ich Quark aß. Hier war nach einiger Zeit nicht einmal die Menge entscheidend. Egal ob ich einen Esslöffel oder ein halbes Kilo aß, ich fühlte mich danach als ob jemand einen Stein in meinen Magen implantiert hätte. Vielleicht kannst du dies nachempfinden. Dies muss nicht zwangsweise Magerquark sein. Ich sortiere seitdem jedes Lebensmittel aus, das dieses Symptome verursacht und gebe diese Empfehlung entsprechend weiter.

Im Verlauf des letzten Jahres kam dann noch Rührei hinzu. Damals noch als absolute Leibspeise musste ich im Frühjahr beinahe kotzen, nur bei dem Gedanken daran Rührei zu machen, geschweige denn es zu riechen oder zu schmecken. Ich ekelte mich regelgerecht davor. Ich konnte es einfach nicht mehr sehen. So aß ich entsprechend auch keine Eier mehr.

Ein guter Kollege fragte dann ob Spiegeleier eine Option wären. Ich testete dies aus und es ging problemlos. Daran hatte ich gar nicht gedacht. Seitdem esse ich auch wieder Eier. Probleme mit dem Magen hatte ich diesbezüglich ja nicht. Nur Eier in der Form von Rührei waren nicht denkbar.

Aktuelles und Hautfaltenmessung

Am 9.11.18 ließ ich seit 2 Monaten mal wieder meine Hautfalten messen. Die letzte Messung war vom 14.9.18 bei der ich 8,6% Körperfett hatte.

Etwa zu diesem Zeitpunkt startete ich ebenfalls meine Kalorienrestriktion um für meinem Wettkampf im kommenden Jahr on Point zu sein. Lieber früher anfangen und langsam reduzieren statt mit der Brechstange zu arbeiten. Dieses Vorgehen zahlt sich bis dato aus. Ich konnte bis heute meinen Körperfettanteil nach der YPSI-Hautfaltenmessung von 8,6% auf 3,9% senken. Bereits das Ergebis der Messung vom 9.11.18 mit 4,7% war um es platt auszudrücken einfach brutal.

Nun erhält man mittels dieser Messmethode nicht nur Muskelmasse und Körperfettanteil, sondern darüber hinaus noch Aussagen darüber, welche Bereiche verbessert wurden.

So korrelieren erfahrungsgemäß bestimmte Hautfalten mit bestimmten Markern bezüglich des Gesundheitszustands. Hüft- und Bauchfalte gehen zum Beispiel immer nach oben, sofern „zu viele“ Kohlenhydrate und darüber hinaus auch überkalorisch gegessen wird. Was „zu viel“ bedeutet ist individuell, deswegen unter anderem auch diese Messmethode.

In meinem Fall sind unzählige Falten gefallen, wobei 3 signifikant herausstachen:

  1. Bauch
  2. Oberschenkel, vorne
  3. Oberschenkel, hinten

Wie bereits erwähnt korreliert die Bauchfalte mit einer überkalorischen Ernährung, darüber hinaus mit Stress und entsprechend auch mit dem als Stresshormon bekannten Cortisol.

Erste Analyse

Da ich meine Kalorien nach der Messung im September reduzierte ist dieses Ergebnis sofern nachvollziehbar.

Zusätzlich supplementiere ich seitdem Ashwanganda, Magnesium und ergänze meine Quarkspeisen und Shakes mit stark entöltem Kakao. Ein Stück dunkle Schokolade gibt es seitdem auch fast jeden Abend. Diese senkt den Cortisolspiegel und half mir abends besser runter zu fahren. Sicherlich spielt hier auch die abendliche Routine mit rein, welche mir das Gefühl gab mich entspannen zu können. Der Glaube daran, dass ich mich durch Supps und Schokolade entspannen kann, half mir mich zu entspannen. Die Kombi aus allem funktionierte für mich also sehr gut.

Viel interessanter waren allerdings die beiden Beinfalten,welche zum ersten Mal seit meiner ersten Messung überhaupt eine Reaktion auf eine Veränderung in meiner Ernährung reagierten. Alle Messungen bis dahinlagen in etwa bei 13mm, nun fielen sie aber innerhalb von nur zwei Monaten auf 9,8mm ab. Ein sagenhaftes Ergebnis mit dem ich so nicht gerechnet hätte.

Messverlauf seit 2018. Siehe Bauch und Oberschenkel

Da die Beinfalten unter anderem mit der Darmgesundheit korrelieren fragte ich mich woher mein vermutlich verbesserter Zustand kam und analysierte welche Lebensmittel ich tatsächlich gegessen und welche ich entfernt hatte. Genaue Befunde über die Darmaktivität lassen sich über die Messung natürlich nicht ermitteln. Es ist ein evidenzbasiertes System, welches dennoch wunderbar funktioniert. Wer allerdings genaue Daten haben möchte muss sich einer Darmspiegelung unterziehen oder zumindest mal seinen Stuhl analysieren lassen. Wie praxisrelevant diese Ergebnisse dann sind ist individuell. Ich bevorzuge bis dato die Hautfaltenmessung als Referenz.

Zweite Analyse

Meine Kalorienrestriktion „zwang“ mich sozusagen kaloriendichte Lebensmittel zu meiden. Mein Grund war einfach: Ich wollte mehr (Masse) essen.

So fielen Haferflocken automatisch raus. Dafür aß ich wesentlich mehr Obst und Gemüse, als ich es vor der Messung im September tat. 100gHaferflocken schlagen bereits mit ca. 400 Kalorien zu Buche, 100g Apfel allerdings nur mit läpschen 50. Ist nicht ganz korrekt, soll aber die Situation verdeutlichen. So könnte ich als direkten Vergleich statt 100g Haferflocken 4 Äpfel essen. Die Wahl fiel da leicht. So hielt es sich auch mit anderem Obst, welches ich in großen Mengen essen konnte. Ich rotierte ständig, immer mit dem Gedanken, dass es halt einfach mehr Sinn mache eine Wagenladung Obst und Gemüse zu futtern, statt einen Esslöffel Flocken.

Darüber hinaus gab es auch keine anderen stärkehaltigen Energieträger wie Kartoffeln, Reis, Nudeln oder Süßkartoffel. Immer mit dem Gedanken der Kaloriendichte im Hinterkopf.

Eines Sonntagabends hatte ich dann übelst Bock auf Spaghetti Bolognese. Ich bereite alles wie gewohnt zu.

Jedoch bemerkte ich die nachfolgenden 3 Tage eine Art Energielosigkeit und Müdigkeit, die ich nicht zuordnen konnte. Donnerstag fühlte ich mich ein wenig besser, stand allerdings immer noch irgendwie mühselig auf. Ein Phänomen, welches ich die Woche zuvor nicht hatte. Wie jeden Morgen stellte ich mich auf die Waage, putze meine Zähne und erledigte ein paar Dinge im Haushalt ehe ich mir einem Kaffee machte und wie üblich las. Da ich auf eine neue Lieferung Bücher wartete, suchte ich online nach Artikeln und Blogs, die mich interessierten. Ich stieß auf diesen hier: Der ominöse “leaky gut” (löchriger Darm) – Eigene Erfahrungen

Sehr empfehlenswert!

Dies war das erste Mal, dass ich tatsächlich mit Gluten persönlich in Berührung kam und meine Erfolge bei der Messung und die Energielosigkeit der letzten Tage irgendwie nachvollziehen konnte. Es nervt mich einfach tierisch, wenn ich ein Problem nicht auf einen Auslöser zurückführen kann. Das macht mich wahnsinnig. Nun behaupte ich nicht diesen Auslöser in Gluten gefunden zu haben, allerdings deuten viele Beobachtungen darauf hin.

Ich wäre doch dumm, wenn ich mich davor verschließend würde.

So führe ich meine gesteigerte, mittels Hautfaltenmessung ermittele Darmgesundheit, auf den Nicht-Konsum glutenhaltiger Lebensmittel  zurück.

Um das Ganze zu testen kaufte ich mir glutenfreie Nudeln und kochte abermals Spaghetti Bolognese. Diesmal traten keine Symptome wie eine Woche zuvor auf. Bemerkenswert.

Weitere Erkenntnisse und Ausblick

Infolgedessen beschäftige ich mich seitdem eingehend mit den Themen Gluten und Darmgesundheit. Ich habe mir direkt 2 Bücher über Gluten bestellt, welche ich aktuelle lese. Zu meinem Erstaunen komme ich „zufällig“ vermehrt mit diesen Themen in Kontakt. Es tauchen immer mehr Verknüpfungen auf.

Ich erfuhr darüber hinaus, dass Diabetes Typ 1 sogar erst möglich ist, sofern ein durchlässiger Darm vorhanden ist.

Das bedeutet, dass der sog. „leaky gut“ die Voraussetzung für den Diabetes Typ 1 ist.

Rückwirkend muss ich diesen bereits mit 11 gehabt haben, ehe die Krankheit bei mir diagnostiziert wurde. Durch diese Erkenntnis tun sich für mich einfach ungeahnte Möglichkeiten in Bezug auf meine (Darm-) Gesundheit auf.

Ich habe also einen durchlässigen Darm.

Nun kann ich alles dafür tun um diesen Zustand zu verbessern bzw. zu beheben oder zumindest den Symptomen entgegen zu wirken.

Wer weiß welche Folgen dies mit sich bringt.

  • Vielleicht wird mein Blutzucker stabiler?
  • Vielleiht benötige ich dadurch weniger Insulin?
  • Vielleicht wird dadurch meine Konzentration, Energie und mein Fokus verbessert?

Ich habe echt keine Ahnung was da noch alles mitspielt bzw. möglich ist.

Allerdings erlaubt mir diese Erkenntnis es heraus zu finden. Ich denke, dass dies für jeden Menschen, egal ob Diabetiker oder nicht, eine herausragende Möglichkeit ist seinen Gesundheitszustand zu verbessern.

Ich bin zufällig darauf gestoßen, vielleicht entdeckst du ja auch sowas. Testen lohnt sich.

Wenn du etwas Derartiges vorhast, dann lass es mich wissen. Wir beobachten deine Hautfalten. Ich biete dir eine kostenfreie Messung vor und nach der Intervention an. Schreib mir dazu einfach ein E-Mail und wir machen sofort einen Termin.

Für deine Kraft, Figur und Gesundheit.

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